Besteuerung der Personengesellschaften – Von der Wiege bis zur Bahre

Informationen:

Seminarnummer:
2022133
Referent(en):
t.b.a.
Ort/Anschrift:
Radisson Blu Hotel , Lange Straße 40, 18055 Rostock
Kategorien:
Seminare
Termine:
08.12.2022 09:00 Uhr  – 16:30 Uhr
Seminartermin:
Seminartermine exportieren (.ics)
Preis (Verbands-Mitglied):
249,00 € zzgl. USt.
Preis (Nicht-Mitglieder):
324,00 € zzgl. USt.

Beschreibung

In der Veranstaltung werden die Besteuerungsfolgen auf der Ebene der Personengesellschaft von der Gründung bis zur Liquidation dargestellt.

Personengesellschaften werden im deutschen Ertragsteuerrecht besonders behandelt. Ursächlich ist das Transparenzprinzip, das diese Gesellschaftsform insoweit gläsern erscheinen lässt. Die hinter der Gesellschaft stehenden Mitunternehmer müssen wegen § 15 Abs. 1 Nr. 2 EStG individuell ihre Beteiligungseinkünfte versteuern, und es muss letztendlich ergebnisorientiert die ertragsteuerliche Gleichbehandlung von Einzel- und Mitunternehmern erreicht werden.

Gleichwohl fordern u.a. §§ 264a, 264c HGB für die in der Praxis sehr häufig auftretende Sonderform der typischen GmbH & Co KG die Einhaltung der Rechnungslegungsvorschriften für Kapitalgesellschaften. Deswegen führt dann vor allem die Erfassung und Darstellung von Beziehungen zwischen Gesellschaftern und Gesellschaften zu Besonderheiten. Einerseits sind daraus resultierende Forderungen und Verpflichtungen für die Gesellschaft in ihrem Gesamthandsbereich mit Außenwirkung darzustellen, andererseits muss aber die kongruente Besteuerung von Einzel- und Mitunternehmern gewahrt werden. Um dieses Ziel zu erreichen, werden je nach Problemlage zielorientiert die „Satelliten“-bilanzen -nämlich Sonder- und / oder Ergänzungsbilanzen- eingesetzt, um eine größtmögliche Nähe zu einem Einzelunternehmer herzustellen.

Im Rahmen des Seminars werden auch anhand konkreter Fallsituationen derartige Probleme aufgezeigt, diskutiert und Lösungen angeboten. Neue Rechtsprechungsansätze und Verlautbarungen der Finanzverwaltung werden dabei berücksichtigt. Schwerpunktmäßig werden folgende Themenbereiche erörtert, deren Reihenfolge sich am Werdegang einer Personengesellschaft orientieren.

Inhaltsübersicht:

A. Gründungsphase

I.        Die Bar- oder Sachgründung einer Personengesellschaft einschließlich der unentgeltlichen Aufnahme einer natürlichen Person in ein Einzelunternehmen
II.       Eigenkapital – Fremdkapital – Kontenmodelle
III.      Die Einbringung eines Betriebes / Teilbetriebes oder Mitunternehmeranteils in eine Personengesellschaft gemäß § 24 UmwStG

  1. Übertragungen im Wege der Einzel- bzw. Gesamtrechtsnachfolge
  2. Mischentgelt
  3. Zuzahlungen in das Privatvermögen oder anderes Betriebsvermögen des Einbringenden
  4. Aufstellung und Fortentwicklung von Ergänzungsbilanzen

B. Laufende Besteuerung

I.        Gesamthandsvermögen in Handels- und Steuerbilanz

1.    gesamthänderisch gebundenes Privatvermögen
2.    Überleitungsrechnung § 5b Abs. 1 EStG

II.       Gewinnverteilung – Abgrenzung Vorweggewinn / Vergütung

  1. Gewinne, die zur Auszahlung bestimmt sind
  2. Gewinne, die thesauriert werden müssen

II.       Sonderbetriebsvermögen – Sonderbetriebseinnahmen / -ausgaben

  1. Vergütungen für die Überlassung von Wirtschaftsgütern
  2. Vergütungen für die Hingabe von Darlehen
  3. Vergütungen für die Tätigkeit im Dienst der Gesellschaft

a)    Besonderheiten GmbH & Co KG
b)    Gefahr von verdeckten Gewinnausschüttungen

III.      Leistungsaustausch oder nicht steuerbarer Gesellschafterbeitrag

IV.     Pensionszusagen an Gesellschafter von Personengesellschaften

V.      Die Grenzen der korrespondierenden Bilanzierung der Rechtsgeschäfte zwischen Gesellschaft und Gesellschafter

VI.     Die Verlustausgleichsbeschränkung gem. § 15a EStG

VII.    Die Beschränkung des Schuldzinsenabzuges gem. § 4 Abs. 4a EStG

VIII.   Die Personengesellschaft als förderungswürdiger Betrieb i.S.d. § 7g EStG

C. Überführung / Übertragung von Wirtschaftsgütern

I.        entgeltliche oder unentgeltliche Übertragungen aus bzw. in das Privatvermögen des Gesellschafters

II.       Überführungen i.S.d. § 6 Abs. 5 Sätze 1 und 2 EStG

III.     Übertragungen i.S.d. § 6 Abs. 5 Satz 3 ff EStG

  1. strenge / modifizierte Trennungstheorie
  2. Haltefristen und unmittelbare / mittelbare Beteiligung einer Kapitalgesellschaft

D. Veränderungen im Gesellschafterbestand einer Personengesellschaft

I.        Gesellschaftereintritt / Gesellschafterwechsel und die Folgen für bereits bestehendes Sonderbetriebsvermögen

II.       Tod eines Gesellschafters

III.      Gesellschafteraustritt und die unechte Realteilung einer Personengesellschaft im Lichte der Sachwertabfindung

E. Die Beendigung einer Personengesellschaft

I.        Liquidation / Naturalteilung

II.      Realteilung

F.        Optionsmodell „Besteuerung wie eine Kapitalgesellschaft“

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